Keine Lohnerhöhung? Auf in die 2. Runde!

Dein Chef hat etwas gegen eine Lohnerhöhung?

Lohnerhöhung GehaltserhöhungViele Chefs machen bei dem Wort „Lohnerhöhung“ direkt dicht. Mit dem Gedanken: „Wenn ich dem etwas gebe, kommen alle Anderen auch gleich“ hat er schon zu Beginn der Unterhaltung ein Nein im Kopf. Wenn Du jedoch hartnäckig bleibst und ihn nach steuerfreien Zuschlägen fragst, hast Du vielleicht doch noch eine Chance. Dann profitiert ihr am Schluss beide.
Wichtig dabei ist, dass man das Ergebnis der Gehaltsverhandlungen nicht an die große Glocke hängt. Lohn- und Gehaltsverhandlungen sind vertraulich zu behandeln.

Hier sind ein paar Tipps und Tricks, wie Ihr mit etwas Verhandlungsgeschick vielleicht doch noch etwas mehr herausholen könnt.

  1. Zuschüsse zur Arbeitskleidung, § 3 Nr. 31 EStG

    Wenn es sich um typische Berufskleidung handelt, kann Euch Euer Arbeitgeber diese unentgeltlich oder verbilligt  Überlassen (gem. § 3 Nr. 31 EStG) Das ist steuerfrei, wenn es sich um typische Berufskleidung handelt, bei der die private Nutzung ausgeschlossen sein muss. Kann die private Nutzung auf Grund der Beschaffenheit nicht ausgeschlossen werden, so handelt es sich um ein steuerpflichtigen Sachbezug.

  2. Mitarbeiter-Rabatt § 8 Abs. 3 EStG

    Arbeitnehmer können Waren oder Dienstleistungen, die der Arbeitgeber anbietet, mit einem Kostenvorteil von bis zu 1.080 € jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei beziehen. Die Höhe des geldwerten Vorteils ergibt sich aus dem üblichen Brutto-Verkaufspreis, abzüglich eines 4%igen Abschlags. Bei einem Stellenwechsel innerhalb eines Jahres kann der Freibetrag pro Arbeitgeber und damit mehrfach in Anspruch genommen werden. Dieser Vorteil gilt auch bei zwei gleichzeitig bestehenden Arbeitsverhältnissen.

  3. Kindergartenzuschuss, § 3 Nr. 33 EStG

    Steuerfrei sind zusätzliche Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in betrieblichen oder außerbetrieblichen Kindergärten sowie vergleichbaren Einrichtungen (Kindertagesstätte, Kinderkrippe, Tagesmutter). Die Einrichtung muss gleichzeitig zur Unterbringung und Betreuung geeignet sein. Die alleinige Betreuung im Haushalt des Arbeitnehmers durch eine Kinderpflegerin oder Hausgehilfin genügt nicht. Geldzuwendungen sind nur dann steuerfrei, wenn der Arbeitnehmer die entsprechenden Aufwendungen nachgewiesen hat. Der Arbeitgeber hat die Nachweise im Original als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren.

  4. Warengutscheine

    Die Freigrenze für Sachbezüge beträgt 44,00 €, d. h.: auch Warengutscheine, die über eine bestimmte Sache lauten und bei einem Dritten einzulösen sind, bleiben bis zu einem Betrag von 44,00 € monatlich steuerfrei.

  5. Fahrtkostenzuschüsse, Job-Ticket

    Ein geldwerter Vorteil ist nicht anzunehmen, wenn der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern ein sog. Job-Ticket für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu dem mit dem Verkehrsträger vereinbarten Preis eines Job-Tickets überlässt (die Tarifermäßigung des Verkehrsträgers für das Job-Ticket gegenüber dem üblichen Endpreis ist also kein geldwerter Vorteil). Der zu versteuernde geldwerte Vorteil ist der Preis für das Job-Ticket abzüglich Zahlbetrag des Arbeitnehmers. Überlässt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern solche Job-Tickets für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln unentgeltlich oder verbilligt, so kommt die Anwendung von § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG in Betracht. Danach bleiben Sachbezüge außer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 44,00 € im Kalendermonat nicht übersteigen (monatliche Freigrenze). Bei der Freigrenze sind andere Sachbezüge zu berücksichtigen; liegen solche nicht vor, so scheidet die Anwendung der Vorschrift gleichwohl aus, wenn der geldwerte Vorteil für den Sachbezug Job-Ticket allein 44,00 € überschreitet (dann ist also der gesamte Sachbezug Job-Ticket steuerpflichtig). Gilt das Job-Ticket für einen längeren Zeitraum (z. B. Jahresticket), so fließt der Vorteil insgesamt bei Überlassung des Job-Tickets zu. Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer für diese steuerpflichtigen – zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleisteten – Fahrtkostenzuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln und etwaige geldwerten Vorteile nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG mit 15 % pauschal erheben. Die Pauschalierung ist auf den Betrag beschränkt, den der Arbeitnehmer wie Werbungskosten geltend machen könnte, wenn die Bezüge nicht pauschal besteuert würden (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG).

  6. Zuschläge zum Arbeitslohn, § 3b EStG

    Lohnzuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind lohnsteuerfrei, soweit sie

    • für Nachtarbeit: 25 %,

    • für Sonntagsarbeit: 50 %,

    • für Feiertagsarbeit und Arbeit am 31. Dezember ab 14.00 Uhr: 125 %,

    • für Arbeit am 24. Dezember ab 14.00 Uhr, am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Mai: 150%

    des Grundlohns nicht übersteigen.

    Wird an Sonn- und Feiertagen auch nachts gearbeitet, so erhöhen sich die Sonn- und Feiertagssätze um den Zuschlagssatz für Nachtarbeit. Für Arbeitnehmer, die nachts arbeiten, gibt es zusätzliche Begünstigungen: Für die ,,Kernnachtarbeit“ von 0.00 Uhr bis 4.00 Uhr erhöht sich der Zuschlagssatz von 25 auf 40 %. Außerdem wird als Sonntags- und Feiertagsarbeit auch die Zeit von 0.00 Uhr bis 4.00 Uhr des folgenden Tages anerkannt. Die besonderen Begünstigungen für die Kern-Nachtarbeit werden allerdings nur gewährt, wenn die Arbeit jeweils vor Mitternacht aufgenommen worden ist. Die Berechnungsbasis (Grundlohn je Stunde) für die Steuerfreiheit von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit(§ 3b Abs. 2 EStG) ist auf 50,00 € begrenzt, für die Sozialversicherungsfreiheit ist die Berechnungsbasis auf 25,00 € begrenzt.

Für mehr steuerliche Vorteile könnt Ihr Euch hier den kompletten Artikel durchlesen (Artikel 1-5)

Sprecht Euren Chef einfach mal auf steuerfreie Zuschläge oder Sachleistungen an. Vielleicht hat er ja bei dem Wort „Steuerfrei“ eher ein offenes Ohr für Euch …

Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung dar, sondern gibt lediglich Tipps für die Gehaltsverhandlungen!

Habt Ihr weitere Vorschläge, wie man etwas mehr aus dem Chef rauskitzelt?

Bild: hogapr


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