Videoaufnahmen nur mit Einwilligung

Recht am eigenen Bild bei VideoaufnahmenFirmen-Videos werden immer beliebter. Auf Youtube und Vimeo präsentieren sich immer mehr Unternehmen, um nicht nur Ihre Produkte und Dienstleistung vorzustellen, sondern auch um ihre Mitarbeiter an Ihrem Arbeitsplatz zu zeigen. Doch was passiert, wenn der Mitarbeiter nicht mit einer Videoaufnahme einverstanden ist, oder sein Einverständnis im Nachhinein widerruft?

Erst fragen, dann Foto- oder Videoaufnahmen

Grundsätzlich hat jeder Mensch ein Recht am eigenen Bild (Kunsturheberrechtsgesetz, kurz: KunstUrhG). Sobald eine Person erkennbar abgelichtet oder gefilmt wird, darf das Material nur mit ihrer Zustimmung veröffentlicht werden. Darunter fällt beispielsweise auch eine Veröffentlichung von Fotos oder Videos in sozialen Netzwerken.

Einverständnis ist nicht gleich uneingeschränkte Genehmigung

Neben einer schriftlichen Zustimmung ist auch ein schlüssiges Verhalten eine Zustimmung zu Bild- ober Videoaufnahmen. Wer zum Beispiel bei einer Aufnahme in die Kamera lächelt und freundlich winkt, verhält sich so, als ob es ihm gefällt. Wenn die Person für die Aufnahmen Geld bekommt, gilt dies im Zweifel auch als Einwilligung.

Diese Zustimmung durch schlüssiges Verhalten gilt jedoch nicht gleichzeitig für eine Veröffentlichung im Internet. Um die gefilmte oder fotografierte Person auch im Internet, im Newsletter oder anderweitig veröffentlichen zu dürfen bedarf es einer gesonderten Genehmigung!

Schriftlich besser als mündlich

Wie so oft ist auch bei Foto- oder Videoaufnahmen eine schriftliche Genehmigung besser als eine mündliche Zusage. Das verhindert, dass es sich der Mitarbeiter im Nachhinein anders überlegt und seine erteilte mündliche Genehmigung widerruft.

Bei einer schriftlichen Zusage zu Foto- und Videoaufnahmen ist eine Rücknahme der Einwilligung nur noch mit einem plausiblen Grund möglich. Dieser ist zum Beispiel gegeben, wenn er in einem anderen Kontext dargestellt wird, nicht jedoch wenn er nur das Unternehmen verlässt.

Ein Urteil zu diesem Thema hatte das Bundesarbeitsgericht zu entscheiden. Ein Mitarbeiter verließ das Unternehmen und wollte danach das veröffentliche Unternehmens-Video, in dem er kurz zu sehen war, aus dem Netz entfernen lassen. Das Bundesarbeitsgericht entschied in diesem Fall zu Gunsten des Unternehmens. Eine schriftliche Zustimmung für Videoaufnahmen ohne Einschränkung kann nicht ohne einen triftigen Grund wieder zurückgenommen werden.
Link zum Urteil


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