Die Kosten für eine Weiterbildung zurückzahlen?

Eine Weiterbildung ist für Sie als Mitarbeiter wichtig, damit Sie fachlich auf dem Laufenden bleiben, beziehungsweise sich neue Erkenntnisse aneignen. Für Ihren Chef ist es ebenso wichtig, dass seine Mitarbeiter neue Impulse bekommen, von dem auch der Betrieb profitiert.

Doch was geschieht, wenn Sie Ihr Arbeitsverhältnis nach der Weiterbildung, die Ihnen Ihr Chef bezahlt hat, beenden? Geht das überhaupt oder sind Sie dadurch an Ihren Chef gebunden? Kann Ihr Chef die Rückzahlung der Kosten für die Weiterbildung verlangen?

Ihr Arbeitgeber hat mit der Weiterbildung in Sie und Ihre Zukunft investiert. Diese Investition möchte er natürlich auch langfristig für sein Unternehmen nutzen. Aus diesem Grund wählen viele Chefs vertragliche Vereinbarungen.

Hier sind ein paar Punkte, die Sie beachten sollten:

  • Die klare Regelung

    Ihr Chef muss Ihnen erklären, wie hoch die finanzielle Belastung im Fall eines vorzeitigen Ausscheidens aus dem Unternehmen ist. Damit haben Sie bereits vorher alle Informationen, um Ihre berufliche Laufbahn darauf abzustimmen.

  • Zeitlich begrenzte Beschäftigungsdauer

    Da Ihr Arbeitgeber möglichst lange von Ihrem Wissen und Ihrer Arbeitskraft profitieren möchte, kann er Sie auch vertraglich an sein Unternehmen binden. Die Dauer kann zwischen 6 Monaten und 5 Jahren liegen, je nachdem, wie umfangreich Ihre Weiterbildung war. Mehr als 5 Jahre sind jedoch nicht zulässig.

  • Grund für eine Rückzahlung der Weiterbildung

    Damit Ihr Arbeitgeber eine Rückzahlung für die Weiterbildung fordern kann, ist der Grund für das Ausscheiden wichtig. Sollten sie von Ihrem Arbeitgeber gekündigt werden, ohne dass Sie diesen Umstand herbeigeführt haben, sind Sie meistens nicht zu einer Rückzahlung verpflichtet.

  • Kündigung bei fehlendem Interesse der Qualifikation

    Wenn der Arbeitnehmer nach seiner Weiterbildung nicht entsprechend seiner neu gewonnen Kenntnisse eingesetzt wird, kann er das Arbeitsverhältnis beenden ohne die entstandenen Kosten der Weiterbildung an den Arbeitgeber zurückzahlen zu müssen.
    (Urteil vom Bundesarbeitsgericht)

Quelle: refrago.de


Kommentare

Die Kosten für eine Weiterbildung zurückzahlen? — 2 Kommentare

  1. Ich finde das schon legitim die Kosten unter gewissen Umständen zurückzuverlangen. Schulungen und Einarbeitungszeiten sind teuer. Es gibt genug Arbeitnehmer, die sich auskennen und so etwas in manchen Unternehmen ausnutzen. Allerdings sollte diese Vereinbarung vorher klar abgesprochen sein, die Rückzahlung sollte in Höhe und Zeit begrenzt werden und der Kündigungsgrund sollte auch eine Rolle spielen.

  2. Eine Rückzahlungsverpflichtung bei vorzeitiger Kündigung sollte unbedingt vor der Weiterbildung schriftlich festgehalten werden. Die oben genannten Punkte mit der Bindungsdauer und einer Höhe der Rückzahlung gehören auf jeden Fall mit dort hinein.
    Ich schließe mich dem vorherigen Kommentar an, dass der Kündigungsgrund hierbei auch eine Rolle spielen sollte.
    Gruß

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