Vorsicht bei Urlaub zwischen den Jobs!

Urlaub Auszeit, aber sicherDie Saison ist beendet, die Lehre ist geschafft. Jetzt erst mal ausspannen und Urlaub machen. Schließlich haben Sie ja lange genug gearbeitet, da kommt eine Auszeit ganz gelegen. Doch wie sieht es während der Übergangszeit mit der Krankenversicherung aus? Sind Sie nach dem Ausscheiden aus der letzten Firma überhaupt noch versichert?

Zu diesem Thema habe ich bei Herrn Rößler von der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland nachgefragt:

  • Wann endet die Mitgliedschaft bei der Krankenversicherung?

    Die Mitgliedschaft endet gemäß § 190 SGB V mit Ablauf des Tages an dem das Beschäftigungsverhältnis endet. Bei einer Unterbrechung der Entgeltzahlung während eines bestehenden Beschäftigungsverhältnisses (arbeitsrechtlich) bleibt die Mitgliedschaft für einen Monat erhalten.

  • Gibt es eine Karenzzeit?

    Eine Karenzzeit gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht. Jedoch besteht nach § 19 SGB V ein nachgehender Leistungsanspruch. Der nachgehende Anspruch auf Leistungen besteht längstens für einen Monat nach dem Ende der Mitgliedschaft. Schließt sich an oder innerhalb dieses Monats nicht direkt eine Versicherung an, setzt sich die Mitgliedschaft mit dem Tag nach dem Ausscheiden aus der gesetzlichen Krankenversicherung, als obligatorische Anschlussversicherung fort. Somit entfällt der nachgehende Leistungsanspruch.

  • Was kostet die Krankenversicherung, wenn man sich nicht arbeitslos meldet (Übergangsweise privat versichert)?

    Die Beitragsberechnung in der freiwilligen Mitgliedschaft bzw. obligatorischen Anschlussversicherung richtet sich grds. nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Mitglieds. Daher sind die Beiträge aus den individuellen Einnahmen des Mitglieds zu berechnen – mindestens aus 921,67 € (Mindestbemessungsgrenze 2014 nach § 240 SGB V). Aus dieser Mindestbemessungsgrenze ergibt sich ein Mindestbeitrag  zur gesetzlichen Krankenversicherung von 137,33 €. In der sozialen Pflegeversicherung richtet sich der Beitrag nach der Elterneigenschaft. Mitglieder die das 23. Lebensjahr vollendet haben und selbst keine Kinder haben, zahlen einen Beitragszuschlag von 0,25%. Der Mindestbeitrag in der Pflegeversicherung beläuft sich für Kinderlose auf 21,20 € und für Mitglieder mit Kindern auf 18,89 €.

Dann melde ich mich halt arbeitslos

Wenn Sie sich eine Auszeit gönnen oder in Urlaub fahren möchten, sollten Sie sich auf jeden Fall Gedanken manchen, wie Sie sich versichern. Viele Menschen werden grundsätzlich im Urlaub krank, vermutlich weil der Körper sich während der Auszeit an die vielen verschleppten Krankheiten erinnert, für die sonst keine Zeit war.

Wenn sie jetzt meinen „Dann melde ich mich halt arbeitslos, dann bin ich auch versichert“, dann haben Sie ein bisschen recht. Während Sie beim Arbeitsamt gemeldet sind, sind Sie auch versichert, aber in Urlaub fahren ist dann eher schwierig.

Das Arbeitsamt schreibt dazu:

„Auch wer arbeitslos ist, hat die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Allerdings – einen Urlaubsanspruch, wie er einer Arbeitnehmerin oder einem Arbeitnehmer während eines Beschäftigungsverhältnisses zusteht, gibt es nach dem Sozialgesetzbuch nicht“, sagt Ingrid Koschel, die Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt.

Es gilt der Grundsatz: Ein Urlaub darf die Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz nicht beeinträchtigen. Nur wenn während der Abwesenheit keine Aktivitäten der Agentur für Arbeit zur beruflichen Eingliederung geplant sind, besteht die Möglichkeit bis zu drei Wochen im Kalenderjahr – unter Fortzahlung der Leistung – in „Urlaub“ zu fahren.

Wer arbeitslos ist, hat Verpflichtungen gegenüber der Agentur für Arbeit und der Versichertengemeinschaft. Wie auch in einem Betrieb üblich, kann man hier nicht einfach wegfahren, sondern muss dies vorher genehmigen lassen. Ein bei der Post gestellter Nachsendeantrag reicht hierfür nicht aus.

Der Antrag auf Ortsabwesenheit kann nicht lange im Voraus bewilligt werden, da absehbar sein muss, wie sich die Vermittlungsaussichten für jeden Einzelnen entwickeln werden. Deshalb empfiehlt es sich, ein bis zwei Wochen vor der Reise die Genehmigung einzuholen.

Erfährt die Agentur für Arbeit nachträglich von einem nicht genehmigten Urlaub, so muss nicht nur das überwiesene Geld zurückgezahlt, sondern auch mit einem empfindlichen Bußgeld oder sogar mit einer Strafanzeige gerechnet werden.

Diese Regelung gilt im Übrigen nicht nur für Urlaubsreisen. Jede Ortsabwesenheit – unabhängig vom Grund – muss der Arbeitsagentur vorher angezeigt werden.

Mein Tipp: Nehmen Sie Ihre restlichen Guttage und Urlaubstage, bis die neue Stelle beginnt. So sind Sie auf jeden Fall versichert und Sie können unbeschwert in Urlaub fahren!


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